Immo-Rechner

Immobilien-Wissen

Aktualisiert am Immo-RechnerImmobilien-Finanzanalyse für Kapitalanleger

Nettomietrendite berechnen

Die Nettomietrendite zeigt, was nach Abzug aller laufenden Kosten wirklich übrig bleibt. Hier findest du die Formel, eine Aufschlüsselung der Kosten, zwei Beispielrechnungen, einen kostenlosen Rechner und Rendite-Benchmarks für 11 deutsche Städte.

Was ist die Nettomietrendite?

Die Nettomietrendite ist die aussagekräftigste Kennzahl für Kapitalanleger, die wissen wollen, was eine Immobilie nach Abzug aller laufenden Kosten tatsächlich erwirtschaftet. Während die Bruttomietrendite nur die Mieteinnahmen ins Verhältnis zu den Gesamtkosten setzt, berücksichtigt die Nettomietrendite zusätzlich Hausverwaltung, Instandhaltung, Leerstand und nicht-umlagefähige Nebenkosten.

Das macht sie realistischer — und oft ernüchternder. Eine Immobilie mit 5 % Bruttomietrendite kann nach Abzug aller Kosten bei nur 3,5 % netto landen. Wer nur auf die Bruttomietrendite schaut, überschätzt die tatsächliche Rendite systematisch.

Die Nettomietrendite ist besonders relevant, wenn du ein konkretes Objekt vor dem Kauf bewerten willst. Sie liefert ein deutlich realistischeres Bild als die Bruttomietrendite und hilft dir, verschiedene Objekte auf einer fairen Basis zu vergleichen.

Nettomietrendite Formel

Jahreskaltmiete − nicht-umlagefähige Kosten
Kaufpreis + Kaufnebenkosten
× 100
=Nettomietrendite (%)

Jahreskaltmiete: Deine monatliche Kaltmiete (ohne Betriebskosten) multipliziert mit 12.

Nicht-umlagefähige Kosten: Alle laufenden Kosten, die du als Vermieter selbst trägst — Hausverwaltung, Instandhaltungsrücklage, Leerstandsrisiko und nicht-umlagefähige Nebenkosten. Details zu den Kostenarten →

Kaufpreis + Kaufnebenkosten: Der Angebotspreis plus Grunderwerbsteuer (3,5–6,5 % je nach Bundesland), Notarkosten (ca. 1,5 %), Grundbuchkosten (ca. 0,5 %) und optional Maklerkosten (ca. 3,57 %).

Welche Kosten fließen in die Nettomietrendite ein?

Diese vier Kostenblöcke werden von der Jahreskaltmiete abgezogen, bevor die Nettomietrendite berechnet wird. Die Richtwerte gelten für typische Eigentumswohnungen — passe sie im Rechner an dein konkretes Objekt an.

Hausverwaltung

20–30 €/Monat

WEG-Verwaltungskosten für Eigentumswohnungen. Umfasst die kaufmännische und technische Verwaltung des Gemeinschaftseigentums durch einen professionellen Verwalter.

Instandhaltungsrücklage

7–12 €/m²/Jahr

Rücklage für Reparaturen und Sanierungen am Gemeinschaftseigentum. Die Peters'sche Formel empfiehlt 1 % der Herstellungskosten pro Jahr — als Faustregel ca. 1 €/m²/Monat.

Leerstandsrisiko

2–4 % der Jahresmiete

Kein Objekt ist dauerhaft vermietet. Mieterwechsel, Renovierungszeiten und Marktlagen führen zu Leerstandsmonaten. In nachfragestarken Großstädten reichen 2 %, in ländlichen Gebieten kalkuliere mit 4 %.

Nicht-umlagefähige Nebenkosten

10–20 €/Monat

Kosten, die du als Vermieter trägst und nicht auf den Mieter umlegen kannst: Mietausfallversicherung, bestimmte Versicherungsanteile, Kontoführungsgebühren für das Mietkonto.

Beispielrechnung: Nettomietrendite berechnen

Zwei Szenarien zeigen, wie Standort und Kaufpreis die Nettomietrendite beeinflussen. Beide verwenden die gleichen Standardwerte für laufende Kosten.

Eigentumswohnung in Bayern (München)

60 m², Kaufpreis 250.000 €, Kaltmiete 850 €/Monat, mit Makler

1

Jahreskaltmiete

850 €/Monat × 12 = 10.200 €/Jahr

2

Nicht-umlagefähige Kosten (p.a.)

Hausverwaltung 300 € + Instandhaltung 720 € + Leerstand 204 € + NK 180 € = 1.404 €

3

Netto-Jahresertrag

10.200 € − 1.404 € = 8.796 €

4

Gesamtinvestition

250.000 € + 22.675 € = 272.675 €

5

Nettomietrendite

8.796 € / 272.675 € × 100 = 3,23 %

Ergebnis:3,23 % Nettomietrendite(Mittel)

Zum Vergleich: Bruttomietrendite 3,74 %

Eigentumswohnung in Sachsen (Leipzig)

80 m², Kaufpreis 150.000 €, Kaltmiete 650 €/Monat, mit Makler

1

Jahreskaltmiete

650 €/Monat × 12 = 7.800 €/Jahr

2

Nicht-umlagefähige Kosten (p.a.)

Hausverwaltung 300 € + Instandhaltung 960 € + Leerstand 156 € + NK 180 € = 1.596 €

3

Netto-Jahresertrag

7.800 € − 1.596 € = 6.204 €

4

Gesamtinvestition

150.000 € + 16.605 € = 166.605 €

5

Nettomietrendite

6.204 € / 166.605 € × 100 = 3,72 %

Ergebnis:3,72 % Nettomietrendite(Mittel)

Zum Vergleich: Bruttomietrendite 4,68 %

Nettomietrendite berechnen — Kostenloser Rechner

Gib Kaufpreis, Kaltmiete, Wohnfläche und Bundesland ein. Die laufenden Kosten sind mit Standardwerten vorbelegt — passe sie bei Bedarf an. Die Berechnung erfolgt in Echtzeit direkt in deinem Browser.

Dein Objekt

Gib die Basisdaten deiner Kapitalanlage-Immobilie ein.

Grunderwerbsteuer: 3,5 %

Käuferanteil: 3,57 % Provision

Was ist eine gute Nettomietrendite? Richtwerte 2026

Eine Nettomietrendite ab 4 % gilt als gut, zwischen 3 % und 4 % als mittel und unter 3 % als schwach. Die Netto-Werte liegen typischerweise 1–1,5 Prozentpunkte unter den Bruttowerten — je nach Objektgröße und Verwaltungskosten.

LeipzigGut

Netto: 3,5 %4,8 %

Brutto: 4,5 %6,0 %

DresdenGut

Netto: 3,0 %4,3 %

Brutto: 4,0 %5,5 %

DortmundMittel

Netto: 2,8 %3,8 %

Brutto: 3,8 %5,0 %

NürnbergMittel

Netto: 2,8 %3,8 %

Brutto: 3,8 %5,0 %

BerlinMittel

Netto: 2,5 %3,3 %

Brutto: 3,5 %4,5 %

KölnMittel

Netto: 2,3 %3,3 %

Brutto: 3,3 %4,5 %

DüsseldorfSchwach

Netto: 2,2 %3,0 %

Brutto: 3,2 %4,2 %

HamburgSchwach

Netto: 2,0 %2,8 %

Brutto: 3,0 %4,0 %

FrankfurtSchwach

Netto: 2,0 %2,8 %

Brutto: 3,0 %4,0 %

StuttgartSchwach

Netto: 1,8 %2,6 %

Brutto: 2,8 %3,8 %

MünchenSchwach

Netto: 1,5 %2,3 %

Brutto: 2,5 %3,5 %

* Netto-Richtwerte geschätzt auf Basis typischer Bewirtschaftungskosten (Hausverwaltung 25 €/Mon., Instandhaltung ~1 €/m²/Mon., 2 % Leerstand). Tatsächliche Renditen variieren je nach Objekt.

Bruttomietrendite vs. Nettomietrendite im Vergleich

Berücksichtigt

Brutto

Nur Kaufnebenkosten

Netto

Kaufnebenkosten + laufende Kosten

Aussagekraft

Brutto

Erste Einschätzung / Schnellcheck

Netto

Realistische Rendite

Eingaben nötig

Brutto

Kaufpreis, Miete, Bundesland

Netto

+ Wohnfläche, Verwaltung, Instandhaltung, Leerstand

Benchmark (gut)

Brutto

> 5 %

Netto

≥ 4 %

Typischer Unterschied

Brutto

Netto

1–2 Prozentpunkte niedriger als Brutto

Wann welche Kennzahl? Die Bruttomietrendite eignet sich perfekt für den schnellen Erstvergleich mehrerer Objekte. Sobald du ein Objekt ernsthaft prüfst, liefert die Nettomietrendite das realistischere Bild — weil sie zeigt, was nach Abzug aller laufenden Kosten wirklich übrig bleibt.

Bruttomietrendite berechnen

Häufige Fehler bei der Berechnung

Nicht-umlagefähige Kosten zu niedrig angesetzt

Hausverwaltung, Instandhaltung und Versicherungen summieren sich schnell auf 1.200–2.000 € pro Jahr. Wer hier zu optimistisch kalkuliert, überschätzt die Nettomietrendite erheblich.

Leerstandsrisiko ignoriert

Kein Objekt ist dauerhaft vermietet. Mieterwechsel, Renovierungszeiten und Marktschwankungen kosten dich 2–4 % der Jahresmiete — in schwachen Lagen auch mehr.

Brutto- mit Nettomietrendite verwechselt

Eine Bruttomietrendite von 5 % klingt gut, bedeutet aber nach Abzug laufender Kosten oft nur 3,5 % netto. Vergleiche immer die gleiche Kennzahl.

Instandhaltungsrücklage vergessen

Besonders bei Altbauten (vor 1980) sind Rücklagen von 1,5–2 €/m²/Monat realistisch. Ein neues Dach oder eine Heizung können die Rendite ganzer Jahre auffressen.

Falsche Vergleichsbasis

Die Nettomietrendite bezieht sich auf die Gesamtinvestition (Kaufpreis + Kaufnebenkosten), nicht nur auf den Kaufpreis. Grunderwerbsteuer, Notar und Makler machen 8–15 % aus.

Häufig gestellte Fragen zur Nettomietrendite

Das war 1 von 29+ Kennzahlen.

Eigenkapitalrendite, IRR, DSCR, 30-Jahres-Cashflow und mehr — bundesland-genau berechnet. Trag dich ein und sei bei den Ersten dabei.

DSGVO-konformKein SpamJederzeit abmeldbar